ökonomische Bildung

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ökonomische Bildung

Ökonomische Bildung ist ein essentieller, unverzichtbarer Bestandteil einer guten Allgemeinbildung. Sie umfaßt Kenntnissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Verhaltensweisen, um sich mit den ökonomischen Bedingungen der menschlichen Existenz und den politischen, rechtlichen, technischen, ökologischen und ethischen Fragen des sozialen Zusammenlebens auf privater, betrieblicher, volkswirtschaftlicher und globaler Ebene auseinander setzen zu können. Ziel der ökonomischen Bildung sollte die Bewältigung der gegenwärtigen und die eigenverantwortliche Gestaltung der zukünftigen Lebenssituationen eines jeden einzelnen Individuums und der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sein.

ökonomische Ausbildung

Wo und wann werden ökonomische Verhältnisse richtig dargestellt und gelehrt? Erst mit wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen an Universitäten werden ökonomische Inhalte vermittelt. Leider werden aber selbst an den deutschen Hochschulen mehr Irrtümer als Wahrheiten verbreitet (siehe Webseite old econ).

An den Haupt-, Real- und Berufsschulen gibt es kein eigenes Fach, welches ökonomische Grundlagen vermittelt. In den meisten Bundesländern gibt es Mischfächer wie ´Politik und Wirtschaft´, ´Wirtschaft und Recht´, ´Wirtschaft und Technik´, Gemeinschaftskunde oder Sozialkunde. Leider werden die ökonomischen Inhalte oft zugunsten anderer Lehreinheiten vernachlässigt, weil auch die Lehrer meistens keine ausreichende ökonomische Ausbildung hatten.

Was ist mit den übrigen Werktätigen? Warum bleibt das Wissen über wirtschaftliche Zusammenhänge nur einem kleinen Kreis der Bevölkerung vorbehalten? Ist es Absicht, daß die herrschende Schicht uns und unseren Kindern keine ökonomische Bildung angedeihen lassen möchte?

Ökonomische Ausbildung ist eine individuelle und gesellschaftliche Notwendigkeit.

momentanes ökonomisches Bildungsniveau

Wie sieht das momentane, ökonomische Bildungsniveau in Deutschland aus?

Mehrere Studien über den wirtschaftlichen Bildungsgrad der Deutschen bescheinigen ein desaströses Ergebnis: ökonomische Naivität, Arglosigkeit, Gutgläubigkeit, Ahnungslosigkeit. (Quelle: ZEIT-Studie, 31.1.2017) Soll durch diese ökonomische Unwissenheit die Ausbeutung der arbeitsamen Deutschen durch eine elitäre Schicht zementiert / verewigt werden? Statt echter Bildung wird Gehirnwäsche, Lobbyismus, Demagogie und Manipulation betrieben. (Q: Die ZEIT, 19.04. und 20.09.2012)

„Ökonomie ist das, was man in der Tagesschau nicht versteht.“ Q: Philipp, Schüler des Max-Klinger-Gymnasiums Leipzig, Publ in der ZEIT am 14.02.2013

2009 gab die IHK eine Umfrage in Auftrag, um herauszufinden, ob sich Menschen zwischen 16 und 29 Jahren für wirtschaftliche Themen interessieren. Fast alle gaben dieselbe Antwort: Ja, aber sie verstehen es nicht.

2010 befragte das Vebraucherschutzministerium Zehntklässler nach ihren Wirtschaftskenntnissen. Gut die Hälfte der Schüler wußte nicht, was ein Girokonto ist.

2016 lag das Ergebnis einer repräsentative Umfrage von Gerd Gigerenzer unter 1.300 Personen vor, welches der deutschen Bevölkerung schwerwiegende Wissensdefizite über ökonomische Fakten, Konzepte und kausale Zusammenhänge bescheinigt. Für viele Deutsche ist ´Wirtschaft´ ein Buch mit sieben Siegeln. Wirtschaftsdidaktiker Hans-Jürgen Schlösser von der Uni Siegen hat 800 Schüler zu ökonomischen Themen befragt. Sein Fazit: ´Da gibt es riesige Täler des Unwissens.´“ Q: FAZ vom 02.05.2016

Kinder und Jugendlichen müssen aber die Grundlagen unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung kennen, um später als mündige Bürger an der Weiterentwicklung derselben mitwirken zu können.

Wie sieht der ökonomische Bildungsgrad im Erwachsenalter aus? Der Volksmund sagt: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Hat man später noch die Gelegenheit, die ökonomischen Lücken aus der Schul- oder Studienzeit zu schließen? Ein Abteilungsleiter für Ökonomie in einem Großbetrieb und studierter Diplom-Ökonom hat mir mal gestanden, Marx nie verstanden zu haben.

2011 befragten ARD-Reporter Abgeordnete des Deutschen Volkes im Bundestag zur Höhe des deutschen Anteils an den Kreditbürgschaften für den Bankenrettungsschirm. Viele Abgeordnete hatten keine Antwort auf solch simple Fragen. Vermutlich sind sie genauso ahnungslos wie Philip aus der 10b. Q: Die ZEIT vom 14.2.2013

Aber wie paßt das Zusammen? 80 Millionen ökonomische Volldeppen bilden die 4 größte Wirtschaftsmacht der Welt?

Wir möchten das Wissen über die Verflechtung von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft auf der Basis einer naturwissenschaftlich-dialektischen Weltanschauung fördern und die Einsicht in marktwirtschaftliche Strukturen und Prozesse verbessern.